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Schutz gegen Algen und Pilze


Mikroorganismen bedrohen den Lebensraum der Menschen
Algen, Moose, Pilze und Flechten sind ein Problem, wenn sie dort auftreten, wo sie den Lebensraum des Menschen beeinträchtigen oder gar zerstören. Die Mikroorganismen sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und siedeln praktisch auf allen Untergründen wie Glas, Keramik, Metall, Holz und Stein an.
Kein Wunder eigentlich: Die höchst einfachen, einzelligen Lebensstrukturen gehören zu den ersten Bewohnern auf der Erde überhaupt und haben bisher erfolgreich die Jahrmillionen überdauert. In der unverbaubaren Natur tolerieren wir sie ebenso wie an vielen Baukörpern, zum Beispiel an Natursteinen, Dächern, Asphalt, Betonwänden und Straßenschildern.
Ganz anders bei Hauswänden und Fassaden. Dort tragen die Mikroorganismen mit den Schadstoffen und den Schmutzpartikeln aus der Luft zur Vergrünung und Vergrauung der Flächen bei.

Das sieht nicht nur unschön aus. Aus der Nähe betrachtet greifen die mikroskopisch kleinen Organismen mitunter die Wandbeschichtungen und das Mauerwerk an. Denn sie sind in der Lage, nahezu alle in der Umwelt vorkommenden Verbindungen und Stoffe zu besiedeln, anzugreifen oder gar abzubauen. Das kann beispielsweise zu dauerhaften Schäden und Wertminderungen von Gebäuden führen.

Feucht, hell, warm und wohlig
Algen treten überall dort auf, wo sie Feuchtigkeit, Licht, Wärme, Kohlendioxid und genügend Nährstoffe wie Salze und Spurenelemente finden. Die zunehmende Umweltverschmutzung und klimatische Verän-
derungen tragen erheblich zu ihrer Verbreitung bei. Lange Regenperioden statt harte Winter sorgen für mehr Nässe als früher.
Wälder, Wiesen und Wasserläufe vor allem in ländlichen Gebieten, Gärten, Parks und Bäume in den Städten erhöhen die durchschnittliche Luftfeuchte.


Lebensraum ist überall
Experten gehen davon aus, dass jede Fassade durch Algen besiedelt werden kann, sofern sie nur lange genug feuchten Bedingungen ausgesetzt ist. Tau- und Kondenswasser sind ebenso Ursache für Feuchtigkeit, wie der in Deutschland überwiegend aus Westen wehende Wind. Er drückt das Regenwasser stärker an die Westfassaden als an die übrigen Wände. Konnten sich Mikroorganismen ansiedeln, besorgen sie den Rest. Denn sie sind gute Wasserspeicher und tragen so zu ihrer eigenen fort-
schreitenden Besiedlung bei. Dabei führt nicht der Bewuchs an sich zur Beschädigung der Beschichtung und Korrosion der Baustoffe, sondern die organischen Säuren, die manche Algen produzieren.

Trockene Umgebung schaffen
Algen- und Pilzbefall kann an Fassaden signifikant verzögert werden, wenn entsprechende Umgebungs-
bedingungen, Objektbedingungen, Untergrundbehandlungen und Beschichtungen berücksichtigt werden. Das Ziel ist, die Fassadenoberfläche so zu gestalten, dass Mikroorganismen nicht auf Dauer haften bleiben, sondern durch Regenwasser und Wind wieder abgetragen werden. Dabei ist nicht allein entscheidend, dass Oberflächen wasserabweisend sind. Auf ihnen sammelt sich das Wasser unter

Umständen in Form von Tropfen und bleibt länger stehen, statt zügig abzutrocknen. Wärmedämmende Bauweisen unterbinden vielfach die natürliche Luft-Wasser-Zirkulation und schränken die Belüftung des Mauerwerkes ein. Auch ein niedriger w-Wert (DIN EN 1062-3) ist kein Garant für schnelles Abtrocknen der Oberflächen. Vielmehr sind eine Reihe von Arbeitsschritten nötig, um den Organismen das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Umgebungsbedingungen berücksichtigen
Zunächst ist zu klären, ob wachstumsfördernde Lebensbedingungen für Algen und Pilze abgestellt oder zumindest reduziert werden können. Denn eine neue Fassadenbeschichtung nützt weder Ihnen noch Ihrem Kunden, wenn sie in kurzer Zeit erneut von den unliebsamen Einzellern besiedelt wird. Deshalb gebürt der erste Blick der Umgebung. Bedecken Ranken und Kletterpflanzen die Oberfläche? Ihre Wurzeln greifen mitunter das Mauerwerk an, sprengen Haarrisse auf und sorgen unter ihrem Blattwerk für feucht-warmes Klima. Idealer Nährboden für Algen, Pilze und Moose. Stehen Bäume zu nah an der Fassade? Äste und Blattwerk halten Feuchtigkeit länger am Mauerwerk fest und verhindern
das Abtrocknen der Fassade. Abhilfe schafft der Rückschnitt von Astwerk oder die Ausdünnung oder Rodung von dichtem Baumbewuchs. Bei Neuanpflanzungen sollte das Wachstum der Bäume berücksichtigt werden. So benötigt ein kleines Weidenbäumchen nach zehn Jahren einen Flächenbedarf von rund 100 Quadratmetern. Schließen Beete oder Rasenflächen an der Fassade ab? Sie halten die Nässe nicht nur im Sockelbereich fest, sondern befeuchten das darüber liegende Mauerwerk ständig mit Kondenswasser.

Mikroorganismen und mehr
MikrorganismenÜberbegriff für viele niedrige, einfache Lebewesen.
BakterienEinzellige Organismen, die keinen Zellkern aufweisen.
Algen(Grünalgen, Blaualgen, etc.)
Einzellige Organismen, die Wasser und Land besiedelt haben und Photosynthese betreiben, also Licht benötigen.
Pilze(Schimmel, Schwarzschimmel, Hefen)
Niedrige Pflanzenart, die im Gegensatz zu Algen auch ohne Licht wachsen kann.
FlechtenLebensgemeinschaft (Symbiose) aus Algen und Pilzen.

Objektbedingungen optimieren
Schon der Architekt kann den Algen und Pilzen das Leben schwer machen. Konstruktive Maßnahmen können maßgeblich dazu beitragen, dass Fassaden weniger feucht sind und Mikroorganismen ungünstige Lebensbedingungen finden. Dachüberstände, gute Wasserableitungen an Balkonen und Fenstern, Spritzwasserschutz im Sockelbereich, funktionstüchtige und dichte Dachrinnen und Abwasserrohre sind wirksame Helfer im Kampf gegen Feuchtigkeit und Nässe.

Untergründe vorbereiten
Jede Beschichtung ist nur so gut wie ihr Untergrund. Bevor eine End-
beschichtung wie Herbol-ThermoTop auf das Mauerwerk aufgetragen wird, muss die Fassade gründlich gereinigt und von anhaftenden Mikroorganismen befreit werden. Hartnäckiger Befall wird durch trocke-
nes Abkratzen und -bürsten entfernt.
Anschließend wird die gesamte Fassade mit einem Hochdruck-Heißwasserstrahler bearbeitet, bis sämtliche Verfärbungen abgespült sind. Dann kommt der Herbol-Fassadenreiniger zum Einsatz. Mit ihm steht Ihnen ein zuverlässig wirkendes, wasserverdünnbares Spezial-Reinigungsmittel zur Verfügung. Es ist bevorzugt auf von Moosen und Algen befallenen Putz- und Anstrichflächen, Mauerwerk und Wärme-
dämm-Verbundsystemen anzuwenden.

Mit Deckenbürste oder Niederdruckspritzgerät gleichmäßig und satt aufgebracht ist der Untergrund nach 48 Stunden sauber. Schadhafte Stellen, Ausbrüche und Risse in der Fassade können mit Herbol-Ausgleichsmörtel, Herbol-Armierungsgewebe und Herbol-Universal-Fassadenputz ausgebessert werden.

Beschichtungen auftragen
Damit sich Algen, Pilze und Moose nicht innerhalb kurzer Zeit erneut ansiedeln sowie bauphysikalische Anforderungen und natürlich auch
die Verträglichkeit für den Menschen berücksichtigt werden, sind an
die Beschichtungsprodukte höchste Anforderungen gestellt.
Hartnäckiger Befall wird durch
trockenes Abkratzen oder- bürsten
vom Mauerwerk entfernt
Die gesamte Fassade wird mit einem Hochdruck-Heißwasserstrahler von letzten Schmutzpartikeln befreit
Bewährt haben sich Siliconharze mit hoher Schutzwirkung gegen Pilz- und Algenbefall (Fungizide).
Herbol-ThermoTop wurde auf der Basis von Siliconharzen entwickelt. Das Produkt bietet hohen Schutz vor Feuchtigkeit, langanhaltende Farben und eine zuverlässige Formel gegen Moos- und Algenbewuchs. Die Farbe wurde speziell für die Beschichtung von WDVS-Fassaden mit organischer Schlussbeschichtung entwickelt. Die geringe Wasseraufnahme ( Klasse III niedrig nach DIN EN 1062-3 ) hält die Beschichtung trocken. Die mikroglatte Oberfläche ermöglicht eine geringe Oberflächenbenetzung und fördert schnelles Abtrocknen. Die Mikroorganismen haben deshalb geringe Möglichkeiten, sich festzusetzen.
Ein zusätzlicher Schutz wird durch den hohen pH-Wert und die fungizide Ausstattung erreicht. Schädliche Bakterien werden durch einen Filmschutz außer Gefecht gesetzt. Stabile Farbbrillanz und Witterungsbeständigkeit sorgen dafür, dass erneute Schäden, Mängel und Befall dauerhaft vermieden werden. Die Beschichtung leistet aber mehr als nur den Schutz der Fassade. Herbol-ThermoTop gibt es in Tausenden von Farbtönen. Dank anorganischer Farbpigmente ist jede Wunschfarbe möglich, die über Jahre farb- und wetterstabil bleibt.


Quelle: Herbol Infoplus 07/2002

Der Autor:
Donato Marra ist seit acht Jahren bei Herbol beschäftigt. Dort betreute er zunächst den Schwerpunkt Objektbereich. Seit Anfang dieses Jahres ist er im technischen Kundendienst für die Fassadenprodukte von Herbol zuständig.
Als Experte hält er regelmäßig in- und externe Schulungen und Seminare über den Schutz und die Instandsetzung von Fassaden ab.


Bei Fragen zum Thema Algen- und Moosbefall können Sie ihn jederzeit unter Telefon 02 21/58 81-246 oder mobil unter 01 71/4 10 17 01 erreichen oder sich an Ihren Verkaufsberater vor Ort wenden.